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Großartiger Erfolg für die BananenarbeiterInnen von María Teresa
Nach über zehn Monaten Streik haben die 132 Beschäftigten der Plantage María Teresa in der ecuadorianischen Provinz El Oro endlich Recht bekommen. Das zuständige Schiedsgericht in Machala veröffentlichte am 14. Oktober 2005 ein entsprechendes Urteil, wenn auch zunächst nur in erster Instanz. Hintergrund des langwierigen Arbeitskonflikts waren nicht ausgezahlte Löhne und Sozialleistungen durch die Plantagenbesitzer Caamaño Perrota. Sie mussten die hoch verschuldete Plantage inzwischen an die halbstaatliche Treuhandagentur AGD übergeben.
Die Beschäftigten fürchteten, nach einer möglichen Versteigerung der Plantage selbst völlig leer auszugehen. So traten sie in einen unbefristeten Streik und verhandelten parallel mit der regionalen Vertretung des Arbeitsministeriums über die Registrierung einer Gewerkschaft. Das Ministerium jedoch verlangte von den Beschäftigten einen - gesetzlich nicht vorgeschriebenen - Nachweis zur Sozialversicherung. Viele sind als LeiharbeiterInnen aber gar nicht über den Betrieb versichert; oder Unternehmen ziehen Beiträge vom Lohn ab und leiten sie nicht an die Sozialversicherung weiter. Deshalb rief die ecuadorianische Landarbeitergewerkschaft FENACLE zu weltweiten Protesten auf. Auch BanaFair, die Menschenrechtsorganisation FIAN und andere starteten im April 2005 eine Eilbriefaktion. Sie forderte neben der Zahlung überfälliger Löhne auch die offizielle Anerkennung einer Gewerkschaft auf María Teresa.
In seinem aktuellen Urteil stellt das Schiedsgericht fest, dass der Streik legal ist und die Beschäftigten sowohl den ausstehenden Lohn als auch Bezahlung für die Streiktage erhalten müssen. Weiter verpflichtet es die Herren Caamaño Perrota nachträglich, zurück gehaltene Beiträge an die Sozialversicherungen zu bezahlen. Außerdem wird den ArbeiterInnen der Plantage María Teresa ein zweijähriger Kündigungsschutz zugesagt. FENACLE reagierte sehr erleichtert auf den Urteilsspruch und nannte ihn „Triumph der Gerechtigkeit und der Arbeitsrechte der Beschäftigten“. BanaFair dankt allen, die durch ihre Teilnahme an den Eilbriefaktionen dazu beigetragen haben, dass dieser Erfolg nun möglich wurde.
BanaFair Aktuell
BanaFair Aktuell ist der ca. 6 mal jährlich erscheinende Informationsdienst von BanaFair. Die bisherigen Ausgaben aus 2005 finden Sie hier:
BanaFair Aktuell März 2005
BanaFair Aktuell April 2005
BanaFair Aktuell Juni 2005
BanaFair Aktuell Juli 2005
Gemeinsame Aktion mit der Menschenrechtsorganisation FIAN für die streikenden BananenarbeiterInnen der Hacienda María Teresa (Ecuador)
Am 6. Dezember 2004 traten 132 Arbeiter und Arbeiterinnen auf der Hacienda María Teresa (Provinz El Oro) in Streik, nachdem sie wiederholt nur die Hälfte ihres sowieso mageren Wochengehalts bekommen hatten. Die Plantage ist hoch verschuldet und befindet sich inzwischen unter Aufsicht der halbstaatlichen Treuhandagentur AGD. BanaFair rief daher noch im Dezember 2004 zu einer Protestaktion auf, bei der zahlreiche UnterstützerInnen aus Deutschland vom ecuadorianischen Arbeitsminister einforderten, dass die Beschäftigten als Gläubiger im Konkursverfahren vorrangig anerkannt werden.
Die früheren Plantagenbesitzer verstecken sich weiterhin hinter ihrer Lohnarbeiterfirma SERVITECAGRO und dem Subunternehmen Compañía Agrícola, um nicht haftbar gemacht zu werden. Momentan ist ein Streik das einzige Instrument, über das die ArbeiterInnen der Plantage María Teresa verfügen, um Druck auf die Besitzer und die AGD auszuüben, damit diese ihnen die geschuldeten Leistungen nachzahlen. Parallel dazu verhandeln sie mit der regionalen Vertretung des Arbeitsministeriums, der Subsecretaria de Trabajo, über die rechtlich korrekte Registrierung ihrer Gewerkschaft. Die Ministeriumsvertretung behindert jedoch die gesetzmäßige Gründung einer gewerkschaftlichen Vereinigung, indem sie von den ArbeiterInnen einen Sozialversicherungsnachweis verlangt. Aber eine Bescheinigung dieser Art schreibt weder die Verfassung noch die Arbeitsgesetzgebung vor. Die Beschäftigten fordern von den staatlichen Behörden das Recht, Gewerkschaften bilden zu können - auch wenn sie als Leiharbeiter nicht über den Betrieb versichert sind oder deswegen, weil ihnen zwar der Beitrag zur Sozialversicherung vom Lohn abgezogen, vom Unternehmen aber dann nicht an die entsprechende Kasse abgeführt wird.
Zur Zeit wohnen auf María Teresa 93 Familien mit 465 Personen, die vollständig vom Einkommen aus der Plantagenarbeit abhängen. Trotz der solidarischen Unterstützung, die sie seit Beginn des Streiks erhalten, verschlechtert sich ihre Ernährungssituation - und vor allem die der Kinder - von Tag zu Tag.
BanaFair hat gemeinsam mit seiner französischen Partnerorganisation Peuples Solidaires sowie der internationalen Menschenrechtsorganisation FIAN eine Eilaktion zugunsten der Arbeiterinnen von Maria Teresa durchgeführt, an der sich Tausende engagierter Menschen beteiligten. Die Aktion mit Protestbriefen an den ecuadorianischen Arbeitsminister endete am 10. Juni. Über das Ergebnis werden wir in Kürze berichten.
Internationale Bananenkonferenz in Brüssel, 28.-30. April
Das Flämische Parlament in Brüssel ist Ende April Schauplatz einer großen Internationalen Bananen-Konferenz, die von einer breiten Koalition von entwicklungspolitischen Nichtregierungsorganisationen und Gewerkschaften aus Nord und Süd veranstaltet wird. Federführend ist dabei das europäische Bananen-Netzwerk EUROBAN, in dem auch BanaFair maßgeblich mitarbeitet.
Die Konferenz wird sich mit der anhaltenden Krise in der weltweiten Bananenindustrie befassen, die durch Überproduktion, sinkende Erzeugerpreise, ökologische Zerstörungen und eine dramatische Verschlechterung der Arbeitsbedingungen auf den Plantagen gekennzeichnet ist. Daneben stehen im Zentrum der Präsentationen und Diskussionen die wachsende Macht weltweit operierender Supermarkt-Konzerne sowie die Problematik der EU-Bananeneinfuhrverordnung. Hier hat sich die EU zur Abschaffung des bisherigen Quoten- und Lizenzsystems und Einführung einer sog. reinen Zolllösung bis spätestens Anfang 2006 verpflichtet. Allerdings liegen die Vorstellungen der EU sowie der betroffenen Lieferländer in Lateinamerika sowie der Karibik und Afrika über die Höhe des künftigen einheitlichen Zollsatzes unüberbrückbar weit auseinander. Mehrere lateinamerikanische Länder haben ein Schlichtungsverfahren vor der Welthandelsorganisation (WTO) in Gang gesetzt.
Nach 1998 ist dies nun die Zweite Internationale Bananenkonferenz, die von EUROBAN in Kooperation mit anderen Nichtregierungsorganisationen sowie Gewerkschaften und Kleinbauernverbänden organisiert wird. Ziel der Konferenz ist es, tragfähige und zukunftsorientierte Lösungen zu erarbeiten, die alle an der Produktions- und Handelskette der Bananen beteiligten Akteure in die Pflicht nehmen. Entsprechend sind auch alle diese Akteure zur Konferenz eingeladen: von KleinproduzentInnen und Plantagen-Gewerkschaften über nationale Produzenten, die großen internationalen Fruchtkonzerne, Importeure und Supermarktketten bis hin zu den Regierungen bananenproduzierender wie importierender Länder sowie internationale Institutionen wie die Internationale Arbeitsorganisation (ILO), die Welternährungsorganisation (FAO) u.a. und natürlich die EU.
Ein Hintergrundpapier und das Programm stehen hier zum Download bereit.
Ausführliche Informationen inkl. Dokumentationen verschiedener Vorbereitungsseminare sowie diverse Policy-Papiere und das Anmeldeformular zur Konferenz finden sich auf der website www.ibc2.org (engl./frz./span.).
Gerechtigkeit jetzt - auch im weltweiten Bananenhandel!
BanaFair-Studientag im Rahmen der Aktionswoche für globale Gerechtigkeit
Vom 8. bis 16. April 2005 findet eine weltweite Aktionswoche für globale Gerechtigkeit statt. In Deutschland wird sie von der Welthandelskampagne „Gerechtigkeit jetzt!“ vorbereitet, einem Zusammenschluss von derzeit 36 Organisationen aus den Bereichen Entwicklung, Kirche, Umwelt, Menschenrechte und Gewerkschaften. Auch BanaFair ist Mitträger dieser Kampagne (www.gerechtigkeit-jetzt.de).

Rosa Guerrero Telcan (mit ihren beiden Söhnen)
BanaFair organisiert während der Aktionswoche eine Rundreise mit Rosa Guerrero Telcan, einer engagierten Bio-Bananen-Produzentin von der Partnerorganisation UROCAL (Ecuador). Einige Termine und Veranstaltungsorte der Rundreise stehen bereits fest:
- 9. April: Bonn
- 10. April: Aichach
- 11. April: München
- 12. April: Mannheim
- 13. Apirl: Hahnbach und Nürnberg
- 15. April: Hannover
- 16. April: Berlin
Für genaue Informationen über Veranstaltungsorte und Uhrzeiten bitte an das Büro von BanaFair in Gelnhausen wenden!
Am 15. April führen wir mit Rosa einen Studientag in Hannover durch, auf dem ungerechte Strukturen des internationalen Bananenhandels diskutiert und Wege zu mehr Nachhaltigkeit in Produktion und Handel aufgezeigt werden sollen. Wir laden Sie/ Euch sehr herzlich zu diesem Studientag in Hannover ein. Nähere Informationen dazu gibt es hier.
Hurrikan Ivan
Der Hurrikan Ivan hat schwerste Verwüstungen in der Karibik angerichtet und viele Menschenleben gefordert. Betroffen ist auch die BanaFair-Partnerorganisation WINFA auf den Inseln Grenada, St. Vincent und St. Lucia. BanaFair bittet herzlich um Spenden, um dringend benötigte Stromgeneratoren beschaffen zu können. Mehr Infos dazu hier.
Aktion: Unterschriftenliste an ecuadorianischen Präsidenten (bis 30.06.04)
Mit der Aktion "Die UNO auf den Marktplätzen der Republik" unterstützt BanaFair die aktuellen Forderungen der ecuadorianischen Landarbeitergewerkschaft FENACLE an ihre Regierung. Durch Unterschriftslisten wird Präsident Gutiérrez ermahnt, die UN-Empfehlungen zügig in die politische Praxis umzusetzen. Die Listen werden zentral im Büro von BanaFair gesammelt und im Juli von einer FENACLE-Delegation in Quito übergeben. Weitere Vorschläge zur Stärkung der Gewerkschaften in Ecuador gibt es auch in der neuen kreativen Aktionshandreichung der Bananen-Kampagne. Sie ist ab sofort für 2 Euro (plus Porto) bei BanaFair erhältlich.
Unterschriftenliste zum Download
Pressemitteilung zum Resümee des UN-Ausschusses (25.05.04)
Kurz nach dem zweiten Jahrestag des brutalen Überfalls auf streikende BananenarbeiterInnen der Plantage Los Alamos verweist BanaFair erneut auf die bedenkliche Lage in Ecuador. Der UN-Ausschuss für wirtschaftliche, soziale und kulturelle Menschenrechte in Genf äußerte ebenfalls große Besorgnis. Zuvor hatte ihm eine Vertreterin der ecuadorianischen Landarbeitergewerkschaft FENACLE von anhaltenden Repressionen durch den Noboa-Konzern berichtet. Nun wurde die Regierung von Ecuador deutlich ermahnt, eine freie gewerkschaftliche Organisierung und einen existenzsichernden Mindestlohn auf den Bananenplantagen zu garantieren. Zusammen mit FENACLE und anderen wird BanaFair die Umsetzung dieser UN-Empfehlungen kritisch begleiten.
Pressemitteilung zum Download
Kampagnen-Zeitung "Arbeitsrechte-Frauenrechte"
In vielen bananenproduzierenden Ländern herrschen gravierende Missstände. Verantwortlich dafür sind Bananenfirmen, die eine immer höhere Produktivität zu immer geringeren Kosten durchsetzen. Und verantwortlich sind europäische Supermärkte, die längst die Konditionen des "race to the bottom", des Wettlaufs nach unten, zu immer niedrigeren sozialen Standards diktieren.
Am stärksten betroffen sind die Frauen auf den Plantagen, wie so oft. Von ihren Problemen, ihren Kämpfen, ihren Visionen berichtet die aktuelle Ausgabe der Kampagnen-Zeitung, die Sie hier herunterladen können.
Bio-Bananen aus fairem Handel
Mehr über die öko-fairen BanaFair-Bananen
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Materialien zum Download
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Ihnen jeweils die kompletten Texte und ggf. auch die Fotos
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